Startschuss für dritte Fachrichtung im Ausbildungsberuf „Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in“

Meilenstein für die Caravaningbranche

 
Friedberg, 23 Juni 2021. Der erste Schritt ist vollzogen: Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) und der Caravaning Industrie Verband (CIVD) werden eine dritte Fachrichtung im Ausbildungsberuf „Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in“ erarbeiten. Dies dokumentierten beide Verbände in einer gemeinsamen Absichtserklärung. Die neue Fachrichtung trägt den Namen „Caravan- und Reisemobiltechnik“ und stellt einen Meilenstein für die Caravaningbranche dar: Sie bekommt ihre erste eigene Fachrichtung, die den wachsenden Anforderungen und dem gestiegenen Bedarf an qualifiziertem Personal in der Branche gerecht wird.
 
Die Urlaubsform Caravaning liegt seit Jahren stark im Trend. 2021 wurden erstmals mehr als 100.000 Reisemobile und Caravans in Deutschland neu zugelassen. Insgesamt führt das Kraftfahrt-Bundesamt 1,3 Millionen zugelassene Freizeitfahrzeuge in seinem Register. Durch den rasanten Anstieg von rund 30 Prozent in den vergangenen fünf Jahren ist auch der Bedarf an Fachkräften in der Caravaning- und in der Karosserie- und Fahrzeugbaubranche gestiegen. Sowohl in der Produktion als auch in den Werkstätten fehlt es an qualifiziertem Personal. Dieser Herausforderung wollen der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) und der Caravaning Industrie Verband (CIVD) mit einem neu geordneten Ausbildungsberuf und einer neuen Fachrichtung begegnen. Die beiden Verbände erklärten in Bad Nauheim im ZKF-Mitgliedsbetrieb Karosseriebau Heinz schriftlich ihre Absicht, eine dritte Fachrichtung im Ausbildungsberuf „Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in“ zu schaffen. Sie soll den Namen „Caravan- und Reisemobiltechnik“ tragen. Die Caravaningbranche bekommt damit den ersten, eigens auf sie zugeschnittenen Ausbildungsberuf.
 
Fachrichtung speziell auf Freizeitfahrzeuge ausgelegt
ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm und CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso wiesen darauf hin, dass zeitnah eine gemeinsame Ausbildungsverordnung erarbeitet wird, die auf einer doppelten Rechtsgrundlage basiert. Die Betriebe der beiden Verbände haben somit die Möglichkeit, sowohl in der handwerklichen als auch in der industriellen Ausbildung tätig zu werden. CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso hebt die gute Zusammenarbeit der beiden Verbände im Rahmen der Berufsbildung hervor und sieht in der dritten Fachrichtung eine Bereicherung und große Chancen für beide Branchen: „Die Schaffung einer eigenen Fachrichtung trägt dem Wachstum und der Veränderung der Caravaningbranche Rechnung. Nicht nur wird die Technik der Fahrzeuge immer komplexer, auch unsere Kunden werden anspruchsvoller hinsichtlich Service und Wartezeiten auf Werkstatttermine. Entsprechend steigt der Bedarf an Fachkräften. Wir gehen davon aus, dass pro Jahr rund 300 Auszubildende bei den Herstellern sowie Händler und Handwerksbetrieben benötigt werden“.
 
Die Neuordnung im Ausbildungsberuf „Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in“ mit der neuen Fachrichtung soll den besonderen Anforderungen an Fachkräfte in der Caravaningbranche gerecht werden. Anders als im Pkw- oder Lkw-Bereich braucht es zur Produktion, Reparatur und Wartung eines Wohnmobils oder Wohnwagens beispielsweise auch Kenntnisse im Bereich Sanitäranlagen und Flüssiggas. Außerdem kommen im Wohnaufbau von Freizeitfahrzeugen Materialien wie Holz und GFK zum Einsatz, mit deren Umgang der klassische Kfz-Mechaniker eher ungeübt ist. „Die neue Fachrichtung „Caravan- und Reisemobiltechnik“ ist ein Meilenstein für uns und leistet einen wichtigen Beitrag, die Caravaningbranche fit für die Zukunft zu machen“, so CIVD-Chef Onggowinarso.
 
Konstruktive Zusammenarbeit von ZKF und CIVD
ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm zeigte sich überzeugt, dass „wir uns in Zukunft gemeinsam noch besser aufstellen und für junge Menschen dadurch attraktiver werden“. Die Bewältigung neuer Herausforderungen werde nur gelingen, wenn Verbände zusammenarbeiten, Synergien erkennen und nutzen. Neue technische Entwicklungen, wie die zunehmende Digitalisierung der Fahrzeuge und sich stark verändernde Mobilitätskonzepte, sorgen dafür, dass sich auch das Berufsbild noch stärker verändern werde. Hinzu komme ein dauerhafter allgegenwärtiger Fachkräftemangel. „Diese dramatischen Veränderungen lassen sich besser gemeinsam bewältigen in Form einer gemeinsamen Fachrichtung des Ausbildungsberufes“, so Aukamm.
 
Um diese Zusammenarbeit künftig noch weiter auszubauen, wird ein reger Wissensaustausch zwischen den beiden Verbänden angestrebt. Dokumentiert wird dies durch die Unterzeichnung eines Letter of Intent der beiden Verbände über die gemeinsame Entwicklung dieses neuen Berufsbildes.
 
Caravaning Industrie Verband (CIVD): Der CIVD mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Interessenvertretung des industriellen Zweigs der deutschen Caravaningbranche. Zu seinen Mitgliedern zählen neben deutschen und europäischen Herstellern von Caravans und Reisemobilen auch zahlreiche Unternehmen der Zulieferindustrie, Dienstleister sowie öffentliche Institutionen und Verbände. Der 1962 gegründete Verband vertritt alle Belange der deutschen Caravaningindustrie gegenüber der nationalen und europäischen Politik und ihren Behörden und Institutionen. Darüber hinaus ist der CIVD ideeller Träger der weltweit größten Messe für Freizeitfahrzeuge – des CARAVAN SALONs – und sorgt damit für wichtige Impulse für die Caravaningbranche in Europa. Weitere Informationen unter www.civd.de.
 
Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF): Der ZKF in Friedberg (Hessen) ist der Berufs- und Wirtschaftsverband für die Unternehmen des Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerks mit 3.200 Betrieben, ca. 43.000 Beschäftigten und ca. 4.000 Auszubildenden. Weitere Informationen unter www.zkf.de und www.caravan-fachbetrieb.de.

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